Der 25. September ist der Tag der Zahngesundheit. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Gemeinsam für starke Milchzähne“.

Vielen von uns ist gar nicht bewusst, wie wichtig die ersten Zähne sind. Obwohl sie bei den meisten Kindern nur ein paar Jahre nachdem Durchbruch schon wieder durch das bleibende Gebiss ersetzt werden, haben sie wichtige Funktionen unter anderem als Platzhalter und für eine gesunde Entwicklung der Kinder.

Fallen die Milchzähne vorzeitig aus, z.B. durch einen Unfall oder Karies, besteht die Gefahr, dass die bleibenden Zähne schief wachsen oder ein normaler Durchbruch komplett verhindert wird. Außerdem können sie sich an den erkrankten Milchzähnen anstecken und so auch wieder Löcher bekommen.

Um die richtige Pflege der ersten Zähnchen wird in Elternkreisen viel diskutiert. Ab wann und welche Zahnbürste, Fluorid ja oder nein, wie häufig und wie lange muss geputzt werden, welche Tricks helfen bei  Zahnputzmuffeln und müssen die Eltern in der Schule immer noch nachputzen?

Ulrike Uhlmann, Zahnärztin mit einem Tätigkeitsschwerpunkt in Kinder- und Jugendzahnheilkunde, bietet in Kooperation mit einer Hebammenpraxis regelmäßig Elternworkshops zum Thema „Gesunde Kinderzähne von Anfang an“ an. Für unseren Blog-Beitrag zum Tag der Zahngesundheit durfte ich ihr ein paar Fragen stellen:

Interview mit Ulrike Uhlmann

Zahnärztin & Fortbildungsreferentin für Hebammen zu den Themen Mundhygiene während der Schwangerschaft, Prophylaxe von Zahn- und Zahnfleischerkrankungen während der Schwangerschaft, Zahnpflege bei Babys. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, Dentista e.V., Gender Dentistry International

Liebe Ulrike, Du gibst in Deiner Praxis und Deinen Workshops jungen Familien wertvolle Tipps zur richtigen Pflege der Milchzähne.  Ab wann sollten Eltern denn mit dem Putzen der kleinen Zähnchen anfangen?

Ganz klar ab dem ersten Milchzahn und zwar zwei Mal täglich Früh und Abends. Die richtige Mundhygiene ist etwas, was Eltern ritualisieren müssen, es muss zum festen Bestandteil des normalen Tagesablaufes werden. Sobald ein Milchzahn durchgebrochen ist, bietet er Kariesbakterien die Möglichkeit sich anzuheften. Des Weiteren ist der Mund eine sehr sensible und intime Region. Es macht Sinn die Kinder zu einem frühstmöglichen Zeitpunkt daran zu gewöhnen, dass es normal ist, wenn jemand in den Mund schaut und die Zähne putzt. Gerade im Babyalter erkunden die Kinder ihre Umwelt auch viel mit dem Mund – ein sehr guter Zeitpunkt, um in das Thema Mundhygiene spielerisch einzusteigen. Gerade in dieser Phase lassen sich die meisten Babys sehr gut die Zähnchen putzen.

Mein Zahnarzt sagte einmal zu mir: „Egal wie, Hauptsache der Dreck (also die Plaque) kommt weg“. Das A und O für gesunde Zähne ist die regelmäßige Reinigung mit Bürste, Zahnseide und Co. Welche „Hilfsmittel“ hältst Du ab welchem Alter für sinnvoll und auf welche Kriterien sollten Eltern von Kleinkindern achten?

Da hat Dein Zahnarzt vollkommen Recht. Hilfsmittel Nr. 1, die Zahnbürste, sollte ab dem ersten Milchzahn zum Einsatz kommen. Diese brechen in der Mehrzahl der Fälle um den sechsten Lebensmonat herum im Unterkiefer durch. Das A und O für eine gute Kinderzahnbürste ist ein möglichst kleiner Bürstenkopf, alle Bürsten sollten gleich lang sein und der Griff der Zahnbürste sollte etwas dicker und länger sein, so dass zum einen die Kinderhände gut danach greifen können und damit auch die Eltern mit anfassen können. Die meisten Kinderzahnbürsten sind mit einer Altersangabe auf der Verpackung versehen, das macht die Auswahl für die Eltern etwas leichter. Meistens sind die Borsten in der Mitte des Borstenfeldes punktförmig bunt eingefärbt – das soll als Hilfestellung für die Eltern dienen, damit die Zahnpasta richtig dosiert wird. Fingerlinge oder andere Hilfsmittel würde ich nicht empfehlen. Lieber von Anfang an eine geeignete Kinderzahnbürste verwenden.

Du hast ein wichtiges weiteres Hilfsmittel angesprochen – die Zahnseide. Bei manchen Kindern stehen die Milchzähne lückig und die Zahnbürste kann so auch gut alle Zwischenräume erreichen. Bei ganz vielen Kindern ist es aber so, dass bereits die Milchzähne sehr eng zusammen stehen. Hier würde ich auch ab dem 2. Geburtstag (also wenn die letzten Milchbackenzähne durchbrechen) Zahnseide empfehlen. Am besten benutzen die Eltern Zahnseidenhalter, in denen vorne ein ca. 1cm langes Stück Zahnseide bereits gespannt ist. Diese gibt es, gerade für Kinder in verschiedenen Farben und mit Tiermotiven. 2 bis 3 Mal die Woche können so abends die Zwischenräume gereinigt werden. Es reicht vollkommen aus, die Zahnseide ein und wieder auszufädeln. Mit ein wenig Übung dauert das Ganze weniger als eine Minute für das komplette Milchgebiss.

Bei Schulkindern können in Abhängigkeit vom Kariesrisiko, was der Zahnarzt einschätzen muss, zusätzlich noch Mundspüllösungen oder fluoridhaltige Gele in Betracht kommen. Das sollte aber immer mit dem behandelnden Zahnarzt abgesprochen werden. Gerade Träger von festsitzenden Zahnspangen sollten regelmäßig in die Praxis zur Zahnreinigung kommen. Generell können Eltern, gerade in Zeiten, wo das Zähneputzen unter Umständen öfters in Vergessenheit gerät, mit Anfärbetabletten oder –lösungen das Putzergebnis ihrer Kinder kontrollieren und ihnen so vor allem eine optische Rückmeldung geben, wo vielleicht noch die ein oder andere Schwachstelle ist. Ein zweimaliger Kontrollbesuch pro Jahr beim Zahnarzt ist Pflicht. Mit Eintritt ins Schulalter können wir dann in der Praxis auch gezielt das Zähneputzen mit den Kindern üben.

Bei den ganz Kleinen helfen überzeugende Worte meist noch wenig. Wie kann ich einen Einjährigen trotzdem abends vom Zähneputzen überzeugen?

Mit Worten gar nicht, leider.  Ein Einjähriger ist noch nicht in der Lage vernunftbasierte Entscheidungen zu treffen und wird nicht verstehen, warum Zähne putzen wichtig ist. Ich sage immer zu meinen Eltern „Was tun Sie, wenn Ihr Kind sich beim Haare waschen oder Windeln wechseln wehrt oder schreit? Richtig, Sie machen es trotzdem, weil es ein Bestandteil unserer Hygiene ist.“ Genauso ist das beim Zähneputzen auch. Jedes Kind wird irgendwann eine Phase haben, in der es Zähneputzen überflüssig findet und das seinen Eltern auch unter Umständen lautstark mitteilen. Da hilft nur eins: durchhalten, konsequent und möglichst entspannt bleiben, lächeln und am wichtigsten: putzen. Nur so lehren wir unseren Kindern, dass an diesem Ritual kein Weg vorbei geht und nur so wird man diese Phase überstehen. Wenn Eltern an diesem Punkt einknicken, lernen die Kinder nur eins: je lauter ich schreie, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich um das putzen herum komme. Man kann das Zähneputzen mit Reimen oder Singen begleiten, bei älteren Kindern können auch die verschiedensten Belohnungssysteme (Sticker auf einer Tafel oder ähnliches) über schwierige Phasen hinweg helfen, aber eine Botschaft muss immer liebevoll konsequent umgesetzt werden und beim Kind ankommen: „Auch wenn du das richtig doof findest, wir werden deine Zähne jetzt sauber putzen.“

Viele Eltern sind unsicher, ob sie ihren ganz kleinen Kindern schon fluoridhaltige Zahnpasta geben sollen, da das Meiste davon in der Regel verschluckt wird. Häufig wird dann der Kompromiss eingegangen: zum selber Putzen fluorid-freie Zahnpasta, beim Nachputzen durch die Eltern Zahnpasta mit Fluorid. Eine gute Idee?

Wir Kinderzahnärzte sind uns da seit vielen Jahren einig in der Empfehlung: ab dem ersten Milchzahn zwei Mal täglich putzen und davon ein Mal mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta(500ppm Fluoridgehalt). Ab dem zweiten Geburtstag dann zwei Mal täglich mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (diese Empfehlung gilt, wenn die Kinder eine fluoridfreie Vitamin D Rachitisprophylaxe erhalten).

Du hast absolut Recht wenn Du sagst, dass in diesem Alter die Zahnpasta komplett verschluckt wird. Insofern ist der oben genannte Kompromiss nicht wirklich zielführend, denn in diesem Alter würden die Kinder die Zahnpasta auch verschlucken, wenn die Eltern nachputzen. Ich kann alle besorgten Eltern aber beruhigen. Das Verschlucken dieser Menge Kinderzahnpasta ist absolut nicht schädlich. Eltern sollten darauf achten, dass sie möglichst eine Kinderzahnpasta verwenden, die frei von nicht unbedingt notwendigen Zusatzstoffen sind (zum Beispiel Schaumbildner wie Natriumlaurylsulfat oder Konservierungsstoffe). Bei der Dosierung können Eltern sich an dem Fingernagel des kleinen Fingers ihrer Kinder orientieren oder das eingefärbte Bürstenfeld der Kinderzahnbürste zur Hilfe nehmen.

Ist die Zahnpaste denn nun nur eine pflegende Unterstützung für die Bürste, ginge es auch ohne oder kommt ihr ein hoher Stellenwert zu?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten, sondern ist abhängig vom Kariesrisiko des Patienten und von der Art der Zahnpasta die benutzt wird. Auf Kinder bezogen bedeutet das folgendes: Das allerwichtigste ist die mechanische Reinigung der Zähne mittels Bürste. Zahnpasten enthalten Substanzen, die diese Reinigung unterstützen (zum Beispiel Kieselgel) aber diese könnten nicht das Bürsten ersetzen. Also in der Reinigung an sich, ist der korrekte Gebrauch der Zahnbürste wirklich das A und O. Aber in der Prophylaxe, also der Vorbeugung von Erkrankungen, haben fluoridhaltige Zahnpasten einen hohen Stellenwert. Denn Fluoride waren und sind das wichtigste Mittel, um Karies vorzubeugen und/oder die Kariesentwicklung zu stoppen und/oder eine bereits vorhandene Läsion zu reparieren. Das ist gerade für Kinder, deren Milchzähne komplett anders aufgebaut sind, als permanente Zähne und die dadurch viel anfälliger für Karies sind, sehr bedeutend. Als Fazit würde ich sagen: der optimale Kariesschutz wird erreicht durch gründliches, tägliches Putzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Wer auf Fluoride beim Zähneputzen verzichten will, kann das natürlich tun, muss aber über das erhöhte Kariesrisiko aufgeklärt werden.

Im Bereich der Mundhygiene-Produkte werden verschiedene Fluorid-Verbindungen eingesetzt. Welche hältst Du für die Zahnpflege am besten und warum?

Es kommen vier verschiedenen Fluoridverbindungen bei der Kariesprophylaxe zum Einsatz: Aminfluoride, Natriumfluoride, Zinnfluoride und Natriummonofluorphosphat. Alle haben ihre Daseinsberechtigung und ihre Einsatzgebiete. Im Bezug auf die Kinderzahnheilkunde ist der entscheidende Unterschied die Haftung am Zahn. Aminfluoride haften besser am Zahn, weil das enthaltene Amin als Tensid wirkt, dass heißt die Zähne besser benetzbar macht. Des Weiteren bildet Aminfluorid bereits in geringeren Dosierungen und auch schneller eine schützende Kalziumfluoridschicht aus, als vergleichbare Fluoridverbindungen. Das heißt gerade bei Kinderzahnpasten, wo die Fluoridkonzentration sehr gering und die Kontaktzeit zum Zahn kürzer ist, macht der Einsatz von Aminfluoridverbindungen Sinn. Olaflur und Dectaflur sind die Aminfluoride, die in Zahnpflegeprodukten eingesetzt werden.

Zahngel aus dem Naturkosmetik-Regal enthält häufig Xylit als karieshemmenden Hilfsstoff. Eine sinnvolle Alternative?

Als Bestandteil in Zahnpasten oder Gelen ist das durchaus eine sinnvolle Alternative. Xylit ist nachweislich karieshemmend, da Kariesbakterien nicht in der Lage sind Xylit als Nahrung zu verarbeiten und somit zu Grunde gehen. Auch andere viele Kinderzahnpasten enthalten aus diesem Grund mittlerweile Xylit als Süßstoff. Grundsätzlich ist diese Funktion natürlich wünschenswert, dennoch ist gerade die Süße und manchmal auch noch der Zusatz verschiedenster Aromen der Grund dafür, warum Kinder die Zahngele lieber von der Zahnbürste ablecken, anstatt damit zu putzen. Ich würde Eltern aus diesem Grund dazu raten von allzu geschmackvollen Zahnpasta- oder Gelvarianten Abstand zu nehmen und neutralere bzw. mildere Pasten zu bevorzugen.

Neben der Pflege der Zähnchen spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Viele Eltern sind überrascht, dass die vermeintlich gesunden Trockenfrüchte genau so schädlich für die Zähne sind wie Gummibärchen und Co. Welche Ernährungstipps gibst Du Deinen Patienten mit auf den Weg?

Der erste und wichtigste Satz meiner Ernährungsberatung lautet: „Wasser, Wasser, Wasser“. Der zweite Satz: „Essen Sie zusammen mit Ihren Kindern und seien Sie Vorbild in dem was Sie essen.“ Das klingt einfach und profan, wird aber häufig unterschätzt. Es ist bewiesen, dass Kinder im Rahmen einer gemeinsamen Familienmahlzeit besser und gesünder essen. Außerdem fungieren wir für unsere Kinder als Vorbilder. Wenn Eltern also permanent Saft oder Schorlen trinken, wird es schwer werden, Kindern etwas anderes anzugewöhnen. Von gesüßten Getränken geht ein unheimliches Kariespotential aus. Gerade als Durststiller zwischendurch sind selbst Schorlen ungeeignet, weil sie die Zähne durch die enthaltene Säure und den enthaltenen Zucker angreifen. Auch ist die Gesamtzuckermenge, die Kinder damit aufnehmen zu hoch. Mit Wasser können die Eltern nichts falsch machen. Ansonsten ist die Frequenz der Zuckeraufnahme entscheidender für die Entstehung von Karies als die Zuckermenge. Das heißt anstatt den Kindern einen Teller Obst hinzustellen, an dem sie einen ganzen Nachmittag immer wieder zugreifen, ist es besser sie einen Apfel essen zu lassen und dann wieder eine Pause einzulegen, damit die Zähne durch den Speichel wieder geschützt werden können. Eltern sollten bedenken, dass es Kariesbakterien egal ist, welchen Zucker sie zur Verfügung haben. Ob Frucht-, Milch- oder industriellen Zucker, oder die Süße von Honig oder Agavendicksaft ist völlig nebensächlich, Zucker ist Zucker. Der Schwerpunkt sollte also auf einer zuckerarmen Ernährung liegen. Außerdem ist auch die Konsistenz der Nahrung entscheidend. Klebrige, lang am Zahn anhaftende Nahrungsmittel sind mit einem höheren Kariespotential verbunden. Wichtig für eine gesunde Entwicklung des gesamten Kiefers ist in diesem Zusammenhang auch, dass Kinder kauaktive Dinge essen, das heißt ihre Nahrung auch wirklich kauen müssen. Ein Stück Gemüse oder Obst ist also jedem noch so tollen Smoothie oder Quetschi unbedingt vorzuziehen.

Im Moment wird sehr viel über die Mikrobiota des Menschen geredet. Neben Darm und Haut ist ja auch die Mundhöhle stark von Mikroorganismen besiedelt. Eine Fehlbesiedlung soll mit der Grund für karies-anfällige Zähne sein. Gibt es auf diesem Gebiet auch schon in der Zahnheilkunde interessante Erkenntnisse und praktische Tipps?

Das ist in der Tat ein sehr komplexes und spannendes Thema. Bezogen auf die kindliche Mundflora lässt sich feststellen, dass deren Bakterienbesiedlung mit der Geburt beginnt und hier schon deutliche Unterschiede festzustellen sind, zwischen Kindern, die via Kaiserschnitt entbunden werden oder über eine vaginale Geburt das Licht der Welt erblicken. Weiterer Einflussfaktor ist dann natürlich die Ernährung. Gestillte Kinder weisen viel mehr Laktobazillenspezies auf, als Babys, die Ersatznahrung bekommen. Die nächste große Veränderung der Besiedlung der Mundflora findet dann mit Durchbruch der ersten Zähnchen statt. Eine wirklich stabile Mundflora hat sich erst im jungen Erwachsenenalter etabliert und ist bis dahin von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst worden, maßgeblich auch von der Ernährung. Das macht es schwierig Untersuchungen zur Anwendung von Probiotika bei Kindern und die damit verbundenen Langzeiteffekte zu konzipieren und daraus verlässliche Daten abzuleiten. Probiotika zur Anwendung bei Erwachsenen bei Parodontal-, also Erkrankungen des Zahnhalteapparates, sind auch deshalb besser untersucht. Im Zusammenhang mit Kindern gibt es einige Untersuchungen aus Schweden und Finnland, wo meist L.rhamnosus GG und L. reuteri ATCC 55730 untersucht wurden. Hier konnten Tendenzen festgestellt werden, dass sich die kariesverursachenden Mutans Streptokokken, weniger häufig im Speichel nachwiesen ließen, nach Anwendung oben genannter Laktobazillen. Da es aber auch einzelne Laktobazillenstämme gibt, die die  Kariesprogression fördern, braucht es mehr evidenzbasierte Daten, um Probiotika langfristig bereits im Kindesalter zur Kariesprävention einzusetzen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass es in der Literatur auch Fälle gab, in denen die Anwendung von Probiotika nachhaltig die Mundflora verändert hat. Das betraf vor allem Patienten, die bereits im Kindesalter über einen längeren Zeitraum probiotische Keime erhalten hatten. Das bedeutet, dass gerade die noch nicht etablierte und instabile kindliche Mundflora unter Umständen sehr nachhaltig beeinflusst werden kann. Vor diesem Hintergrund muss weiter geforscht werden. Bis hier klare Ergebnisse und Studien ausstehen, halte ich den langfristigen Einsatz von Probiotika bei Kindern zur Kariesprophylaxe nicht geeignet, einfach weil es viel effizientere, auch kostengünstigere und evidentere Maßnahmen gibt, um Kariesprophylaxe zu betreiben. Das Thema ist und bleibt dennoch spannend.

Herzlichen Dank für Deine ausführlichen und informativen Antworten! Ich bin mir sicher, dass Du damit vielen Eltern wertvolle Hilfe zur richtigen Pflege der wichtigen Milchzähne geben konntest.

 

PS: Die Bambus-Zanhbürsten erhalten Sie natürlich im Naturkostladen Pur Natur in Kempten.

 

 

Ulrike Uhlmann

Ulrike Uhlmann

  • 1986 im Vogtland geboren
  • verheiratet, 2 Kinder im Alter von 4 und 1,5 Jahre
  • in Leipzig Studium der Zahnmedizin
  • seit sieben Jahren als Zahnärztin tätig
  • Tätigkeitsschwerpunkte in Kinder- und Jugendzahnheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin
  • Fortbildungsreferentin für Hebammen zu den Themen Mundhygiene während der Schwangerschaft, Prophylaxe von Zahn- und Zahnfleischerkrankungen während der Schwangerschaft, Zahnpflege bei Babys
  • enge Zusammenarbeit mit Hebammen mit dem Angebot von Elternworkshops („Gesunde Kinderzähne von Anfang an“)
  • Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, Dentista e.V., Gender Dentistry International
  • wissenschaftlicher Arbeitsbereich: geschlechtsspezifische Zahnheilkunde
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